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Süßkartoffeleintopf: mood food für Mama! Und was Kinder brauchen

21. Januar 2016
Süßkartoffeleintopf. Mood food für Mama. schnell, gesund, vegan, glutenfrei.

Tunesischer Eintopf mit Süßkartoffeln, Kichererbsen und Quinoa ist nicht gerade das, was die meisten als ideales Kinderessen beschreiben würden.
Wobei das im Grunde davon abhängt, wie du die Sache betrachtest – ich gehe gleich näher darauf ein.

Für die abgekämpfte Mama zumindest ist dieses Gericht perfekt: ein wärmender, energiespendender Seelentröster zum Sattessen, ein Hauch Exotik bringt dir ein Stück der weiten aufregenden Welt nach Hause – jetzt, da man meist damit beschäftigt ist, Knäckebrotkrümel vom Sofa zu fegen oder durchweichte Kinderhandschuhe auf Heizungen zu drapieren.

Letzten Samstag hing bei uns die ewigwährende Frage über dem Frühstückstisch, ob und was gekocht werden soll, und wer sich ansonsten noch um was kümmert.

Ich entschied, mich an diesem interessanten und nicht weiter komplizierten Eintopf zu versuchen (leicht abgewandelt aber inspiriert von der High-Carb Diät von John A. McDougall). Dazu sollte es Quinoa geben. Prima, ein vor Gesundheit nur so strotzender Samstag so weit.

Ich zog mich in die Küche zurück um in Ruhe meine Vorbereitungen zu treffen.

Ehrlich gesagt spekulierte ich dabei auf beschauliches Rühren im Topf, einen kleinen Espresso nebenbei, und einen gemächlichen Blick hinaus in den winterlich verschneiten Innenhof.

Doch meine Tochter krabbelte mir voller Begeisterung hinterher und hängte sich mir an die Beine. Mein Sohn parkte sein Raumschiff auf der Sofalehne und erklärte, er würde helfen wollen. Leicht unwirsch rief ich den Mann herbei, er solle doch mal die Kinder im Zaum halten. So könne doch kein Mensch kochen!

Nachdem die Süßen im zarten Alter von 2-4 Jahren jedoch nicht gerade mit der Fähigkeit zum ausgleichenden Gespräch gesegnet sind, ist es meist vorteilhafter – weil entspannter und zielführender – sie irgendwie mit einzubinden.

So kam es, dass der eine auf dem Ikea-Schemel balancierend voller Begeisterung in meinem Topf herumrührte, die andere sämtliche Küchenutensilien aus den Schränken zog und fröhlich quakend zwischen Spätzlepresse, Saucenkelle und Nudelsieb saß. Der Mann musste wahlweise festhalten, abschmecken und sonstige hilfreiche Dienste erledigen.

Der Mama-mood food-Eintopf entpuppte sich als wunderschöne Familien-Szenerie! Typischerweise alle vier gemeinsam in zwei Quadratmeter gepfercht, man tritt sich auf die Füße, ist bemüht, sein eigenes Wort noch zu verstehen und irgendwie halbwegs konzentriert zu bleiben…

Doch da war sie! Die Familie im tiefsten Sinne, die Nähe, das Heimelige.

Das gemeinsame Werkeln und Rühren, Probieren und Nachschmecken.
Ein Moment der Nähe, der Geborgenheit und der Hingabe an den Augenblick.
Jeder in seinem Element. Und so gemeinsam wie nur vorstellbar.


Die zentrale Frage ist:

Was brauchen Kinder? Was nährt Kinder? Was ist gesundes Essen für Kinder?

 

Süßkartoffeleintopf: mood food für Mama! Und was Kinder brauchen

Mehr als nur Energie

Für mich ist elementar wichtig, dass Kinder diese Augenblicke erleben, dass sie die bedingungslose Liebe und Nähe der Familie spüren. Dass sie die Harmonie und Geborgenheit aufsaugen bis sie davon so randvoll gefüllt sind, dass sie platzen könnten. Denn auf der Basis dieses emotionalen Teppichs ist es ihnen möglich, nach und nach in die Welt ziehen und ihr Leben zu meistern. Gewappnet mit dem besten Handwerkszeug was man sich nur vorstellen kann.

Und die gesunde Ernährung? Ich habe mich wahnsinnig glücklich darüber gefühlt, dass die Kinder an diesem Samstagmorgen Nahrung für ihre Seele, ihr Leben, ihre Zukunft bekommen haben. Und dass das mit meinem ruhigen Kaffee leider nichts geworden ist.

Wir sind dann gegen Ende der Garzeit, zum Zeitpunkt als der Koriander noch gehackt werden musste, einfach direkt zum aperitivo übergegangen.

Mein Dreijähriger hat bei Tische mit Begeisterung Quinoa mit Olivenöl und Parmesan gegessen. Von der tunesischen Sauce hat er probiert, und von den Süßkartoffelstückchen, die ich für die Kleine gedämpft habe, auch ein paar genascht.

That’s it.

 

Süßkartoffeleintopf: mood food für Mama! Und was Kinder brauchen. Vegan, glutenfrei, einfach, schnell.

Süßkartoffeleintopf. Kind hat auch Spaß!

 

 

Tunesischer Süßkartoffeleintopf – vegan, glutenfrei, unkompliziert.

(etwa 4 Portionen)

Zutaten:

1 kleine Schalotte, gehackt
1 Jalapeño, ohne Samen, gewürfelt*
1 TL frisch geriebener Ingwer (oder ½ TL getrocknet)
1 Knoblauchzehe, gehackt (oder ½ TL getrocknet)
1 TL Kreuzkümmel gemahlen
½ TL Zimtpulver
½ TL gemahlener Koriander
Salz
Pfeffer aus der Mühle
1-2 Süßkartoffeln, geschält und in groben Stücken (ca. 350g)
1 Dose geschälte Tomaten (400g)
1 Dose Kichererbsen (260g abgetropft)
200ml Gemüsebrühe
40g Mandelmus (alternativ Erdnussbutter)
Einige Stängel frischer Koriander, grob gehackt

 

*bei Jalapeños lieber vorsichtig sein – die sind manchmal mild, manchmal aber auch nicht.
Wir mögen es gerne scharf, da tu ich fast zwei Stück in so einen Topf. Für Kinder ist das aber definitiv zu viel.

 

Zubereitung:

Zwiebel, Jalapeños, Ingwer und Knoblauch mit ca. 50 ml Wasser in einen großen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen.
Restliche Gewürze einrühren, kurz weiterkochen lassen.
Dann Süßkartoffeln, Tomaten, Kichererbsen, Brühe und Mandelmus dazugeben, kurz aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Süßkartoffeln gar sind (etwa 30 Minuten).
Koriander einrühren, ganz kurz ziehen lassen und fertig!
Dazu am liebsten Quinoa.

 

Ach ja: dem Mann hat’s auch geschmeckt. Sowohl Eintopf als auch Quinoa!

Ihr Lieben, wie handhabt ihr das mit dem Kochen für die Familie? Eure Erfahrungen mit Mama-Momenten und Multitasking? Immer hinein in die Kommentare damit! Ich freue mich!!

 

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2 Comments

  • Reply Silvi 26. Januar 2016 at 23:37

    Klingt sehr lecker, Anja 🙂
    Und sehr wahr. Der (große und kleine) Mensch lebt nicht vom Brot allein… Lg

    • Reply anja@everydayinpink.com 27. Januar 2016 at 8:55

      Danke! Das hast du schön gesagt! Ist auch absolut meine Erfahrung. Da geht es um viel mehr, und es gibt auch so viel Schönes zu teilen!

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